Kirchrarbach – Bundesgolddorf 1991

Im Jahr 1991 gab es für die Dorfgemeinschaft Kirchrarbach gleich zweimal Grund zum Feiern: im Juli wurde Kirchrarbach zum Landesgolddorf und im September zum Bundesgolddorf ernannt. Doch bevor dieses Ziel erreicht werden konnte, waren noch viele Arbeiten zu erledigen.
Am 18. Januar fand in Berge die Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung des im Jahr 1990 durchgeführten Kreiswettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ statt. Bei dieser Veranstaltung – und ebenfalls bei dem Festakt der Stadt Schmallenberg anlässlich des Tages der deutschen Einheit am 3. Oktober – wurde das Stück „Vom Korn zum Brot“ aufgeführt; hierbei wurde in anschaulicher Weise dargestellt, wie das Getreide gesät, geerntet, gedroschen, gemahlen und schließlich zu Brot verarbeitet wird.
Im Frühjahr wurden mehrere Asphalt- und Pflasterflächen wie z.B. auf dem Schulhof teilentsiegelt; ferner wurden ca. 30 Linden zur Begrünung der Ortsdurchfahrt sowie 150 lfd. Meter Weißdornhecke gepflanzt. Besonders erfreulich war, dass sich bei diesen Maßnahmen über 30 Männer beteiligten. Diese gute Beteiligung mag vielleicht auc daran liegen,dass nach getaner Arbeit gelegentlich eine Flasche Bier getrunken wurde; nach der Pflanzaktion am 6. April konnte sogar einem der altesten Junggesellen Kirchrarbachs mit Hacke und Schüpe sowie einem Bagger gerappelt werden.
Der 1990 errichtete Kreuzweg wurde um die noch fehlenden 13. und 14. Station ergänzt; ebenfalls wurde an der Kreuzkapelle der Außenputz gründlich gereinigt. Zusätzlich wurden für die Anlagen im Kirchen- und Friedholfsbereich ca. 2.500 DM aus der Dorfkasse investiert.
Durch den 1. Platz im Kreiswettbewerb 1990 hatte man sich zum 4. Mal für den Landeswettbewerb qualifiziert. Die Landesbewertungskommission unter der Leitung von Dr. Lutz Wetzlar besuchte Kirchrarbac am 8. Juli; zuvor waren durch die Dorfbewoner noch die Straßen, die Anlagen, der Bachlauf, das Tretbecken usw. gesäubert worden. Die Ergebnisse des Landeswettbewerbs wurden am 17. Juli auf der Bundesgartenschau in Dortmund bekanntgegeben. Die Freunde war riesengroß, als das Ergebnis verkündet wurde: Landesgold, und als i-Tüpfelchen obendrauf die Berechtigung zur Teilnahme am Bundeswettbewerb; dieses hervorragende Ergebnis wurde am Abend in der Rarbachhalle gebührend gefeiert.
Wieder standen zahlreiche Arbeiten an, bis am 28. August die Bundesbewertungskommission unter dem Vorsitz von Dr. Richard Lammel Kirchrarbach ihren Besuch abstattete. Zahlreiche Bürger Kirchrarbachs und der umliegenden Ortschaften hatten sich zum Empfang der Kommission in der Schützenhalle versammelt. Bei strahlendem Sonnenschein folgte der Dorfbegang, bei dem sich an mehreren Stellen im Ort die Vereine selber vorstllten, was durch die Kommission besonders gelobt wurde.
Am 6. September verkündeten gegen 13.45 Uhr Glockengeläut und Böllerschüsse das Ergebnis des Wettbewerbs: Bundesgold. Von insgesamt 5.216 Dörfern hatten sich 33 Ortschaften für den Bundeswettbewerb qualifiziert; außer Kirchrarbach wurden neun weitere Dörfer mit der Bundesplakette ausgezeichnet. Das 7. Bundesgolddorf in der Stadt Schmallenberg wurde abends in Anwesenheit von Landrat, Oberkreisdirektor, Bürgermeister und Stadtdirektor gefeiert. Eine besondere Auszeichnung erhielt Richard Pieper, dem als Vorsitzender der Bürgerinitiative „Unser Dorf soll schöner werden“ ein Goldkranz vom Bürgermeister Rötger Belke-Grobe und Stadtdirektor Bernhard Halbe umgehängt wurde.
Letztes großes Ereignis in 1991 war für die Dorfgemeinschaft Kirchrarbach die Verleihung der Landesgoldplakette am 19. Oktober durch Minister Klaus Matthiesen in Olsberg.
Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die Bundesgoldplakette nur durch die tatkräftige Unterstützung aller Einwohner des Kirchspiels Kirchrarbach erreicht werden konnte, ohne die die vielfältige Gemeinschaftsaufgaben (z.B. Kirche, Vereine) nicht wahrgenommen werden könnten.